Gastbeitrag

Discovery Commerce — Marketing-Revolution oder kurzweiliger Trend?

Plump ins Deutsche übersetzt bedeutet Discovery Commerce so viel wie: “Entdeckungs-Handel”. Doch was genau meint dieser Begriff eigentlich und ist dieser für mich als User relevant? Dazu später mehr!

 

Primär wurde der Trend durch die Corona-Pandemie ins Leben gerufen, bzw. dessen Erfindung durch diese verfrüht. Der Hauptgrund dafür liegt hierbei in einem regelrechten Boom im E-Commerce und einem exponentiellen Anstieg in Verkäufen auf Plattformen wie Amazon, eBay und Co.

 

Nun aber möchten soziale Netzwerke wie Instagram und Facebook auch ein Stück vom Kuchen abhaben und liefern dem User maßgeschneiderte Werbeanzeigen in Echtzeit und in Farbe!

 

Auch Agenturen, die Leistungen im Bereich Social Media Beratung anbieten, machen Gebrauch von diesem Trend und setzen diesen zielführend für Kunden ein. Die richtige Präsenz auf Social Media und das Etablieren eines zielorientierten Shop-Systems spielen hierbei integrale Rollen, um der Zielgruppe die richten Produkte zu präsentieren.

Was ist Discovery Commerce eigentlich?

Hinter dem Begriff Discovery Commerce verbirgt sich ein simples, aber dennoch effektives Konzept: Das Produkt findet Dich, noch bevor Du es überhaupt auf dem Schirm hast. Dem zugrunde liegt ein komplexer und umfassender Algorithmus, welcher dem einzelnen User ein entsprechend den Wünschen hergerichtetes Shopping-Erlebnis bietet. 

 

Da es sich hierbei um Marketing handelt, liegt das Ziel des Discovery Commerce auf der Hand: so viele Conversions wie möglich zu erzielen. 

 

Retargeting spielt dabei eine integrale Rolle und ist der Grund warum das System so gut funktioniert. Beim Retargeting wird der Besucher einer Website “markiert”, vermerkt und bei der nächst besten Gelegenheit via zielgerichteter Werbeanzeigen wieder angesprochen. Dadurch wird dem potenziellen Kunden das Produkt erneut ins Gedächtnis gerufen. Dieser klickt häufig, meist unterbewusst, auf die Anzeige und schließt den Kauf ab. 

 

Ziel erfüllt.

Wie der wöchentliche Stadtbummel, jedoch anders, rund um die Uhr und virtuell

Beim Stadtbummel scheiden sich die Geister. Manche lieben ihn, manche eher weniger. Zahlreiche Männer werden regelmäßig von Ihren Frauen in die Stadt geschliffen und verbringen Stunden damit, zu warten bis endlich etwas Passendes gefunden wurde.


Jedoch könnte damit nun bald Schluss sein. Seit Jahren nimmt der Trend hin Richtung
Online-Shopping immer weiter an Fahrt auf. Immer mehr Geschäfte müssen diesem nachgeben und verfrachten Ihr gesamtes Tagesgeschäft in die virtuelle Welt.

Genau diesen Trend macht sich vor allem Facebook zunutze. Das Ziel steht fest: Den Handel tiefer ins Netzwerk verflechten und ihn als integralen Teil des Mediums zu etablieren.

Wir blicken dabei auf jahrzehnte lange Entwicklungen zurück, vom ersten Fernsehspot über die erste E-Mail bis hin zur Entwicklung des Smartphones. All diese Entwicklungen und technischen Revolutionen haben den Weg dafür geebnet, was wir heute als selbstverständlich erachten.

Warum funktioniert Discovery Commerce so gut?

Der Discovery Commerce glänzt vor allem in einem Aspekt: Der hohen Conversion-Rate. Diese liegt laut Facebook internen Zahlen bei um die 86 %.
Dabei muss der Kauf jedoch nicht zwangsläufig auf Facebook oder Instagram direkt vonstattengehen, sondern kann auch von dort aus über die externe Website des jeweiligen Händlers getätigt werden.

Das System bedient sich hierbei der Interessen und Eigenschaften der Nutzer und liefert diesen genau das, was diese reizt. Ob es sich hierbei um etwas Nützliches handelt oder nicht, spielt im ersten Moment keine Rolle. Viele der auf der Plattform getätigten Käufe werden dabei durch emotionale Reize sowie ansprechende Grafiken untermalt und münden meist in sogenannten “Impulskäufen”.

Lass es mich Dir anhand eines Beispiels verdeutlichen.

Das exakte Gegenteil vom Discovery Commerce ist das Suchen mit Intention. Du suchst bspw. nach Sportbekleidung und die Suchmaschine spuckt Dir dementsprechend zahlreiche Ergebnisse aus. Nun denkst Du Dir vielleicht “Mhm, möglicherweise brauche ich doch keine Sportkleidung.”, schließt die Seite wieder und machst weiter mit Deinem Tagesgeschäft. Vom einen auf den anderen Moment werden Dir am Rande von, meist themenfremden, Websites nur noch Werbeanzeigen über Sportklamotten angezeigt. Ehe Du Dich versiehst, klickst Du auf eine dieser Anzeigen und hast plötzlich mehr im Warenkorb als Dir eigentlich lieb ist.

Fazit – Gekommen, um zu bleiben

Bereits jetzt in den frühen Phasen der Einführung kann so ein immenser Erfolg verbucht werden, dass ein Facebook ohne dieses System schlichtweg undenkbar wäre. Anfangs ärgerten sich einige User noch über die Werbeanzeigen. Nun sind Sie ein fester Bestandteil der heutigen digitalen Landschaft.

 

Die Möglichkeiten sind grenzenlos und das Erstellen eines eigenen Shops so einfach wie noch nie. Außerdem können Ressourcen und Budget viel zielgerichteter eingesetzt werden, um somit noch konkreter die relevante Zielgruppe anzusprechen. Für Marketer und Shop-Besitzer kommt dieser Trend also gerade gelegen.

 

Daran wird wieder klar, wie rasant die heutige Welt und vor allem Online-Welt eigentlich ist und wie schnell wir uns an Dinge gewöhnen. Ob dies jetzt gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selber entscheiden. Klar ist jedoch: Discovery Commerce ist gekommen, um zu bleiben.

Gastautor:

Robin Köster ist Digital Marketing Experte bei der Luxregia GmbH und sorgt dafür, dass Kunden mit der richtigen Content-Strategie Ihre Social Media Präsenz stärken und relevante Zielgruppen dadurch angesprochen werden.